Sieben zentrale Maßnahmen

Das Unterstützungssystem IMST3 sieht sieben zentrale Maßnahmen (M1 – M7) sowie Maßnahmen in den Bereichen Evaluation (EV) und Gender Sensitivity und Gender Mainstreaming (GE) vor. In der Phase I (1.10.2004 – 31.12.2006) wird die Umsetzung folgender Aufgaben angestrebt:

M1 Erarbeitung eines Vorschlags für die Aufgabenbeschreibung von Koordinator/innen der Fachteams
Zur Verbesserung der schulinternen Organisation fachlichen Unterrichts ist die Institutionalisierung von Fachteams unverzichtbar. Dazu ist vor allem eine Klärung der Rolle von Koordinator/innen der Fachteams erforderlich. Es wird ein Vorschlag für die Aufgabenbeschreibung dieser Koordinator/innen an den Schulen erarbeitet.

M2 Erarbeitung eines Vorschlags für die Aufgabenbeschreibung von Arbeitsgemeinschaftsleiter/innen
Entsprechend geht es auf regionaler Ebene um die Klärung der Rolle der Arbeitsgemeinschaftsleiter/innen. Sie erfüllen wichtige Aufgaben bei der regionalen Koordination des professionellen Erfahrungsaustauschs und bei der Organisation fachlicher und fachdidaktischer Fortbildung und sind damit wichtige Verbindungsglieder zu allen anderen zentralen Maßnahmen. Es wird ein Lehrgang zur fachlich-organisatorischen Qualifizierung von Arbeitsgemeinschaftsleiter/innen (mit Zielrichtung des Abschlusses eines Master of Advanced Studies) konzipiert sowie erste Module durchgeführt und evaluiert.

M3 Vernetzung von Expert/innen für Lehrer/innenbildung und Schulentwicklung
Aufbauend auf bestehenden Ressourcen und in enger Kooperation zwischen den Lehrer/innenbildungseinrichtungen könnten in den Bundesländern entsprechende regionale Zentren entstehen mit positiver Synergiewirkung für Wissenschaft und Schulpraxis. Die regionalen Zentren sollen fachübergreifend wirken und mit den – jeweils für eine Fachdidaktik zuständigen – nationalen Kompetenzzentren (siehe M5) in enger Verbindung stehen. Eine vom bm:bwk eingerichtete Arbeitsgruppe zur österreichweiten Vernetzung von Expert/innen für Lehrer/innenbildung und Schulentwicklung soll erste Schritte andenken.

M4 Einrichtung neuer bzw. Aufwertung bestehender regionaler Netzwerke
Die Einrichtung neuer bzw. Aufwertung bestehender regionaler Netzwerke in allen Bundesländern soll dazu beitragen, den fachbezogenen und fächerübergreifenden Erfahrungsaustausch sowie pädagogische und fachdidaktische Fortbildung zu fördern und Schwerpunktbildungen an Schulen im Bereich der Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (MNI) zu unterstützen. Derzeit sind in sechs österreichischen Bundesländern (in der Steiermark, Wien, Oberösterreich, Kärnten, Tirol und Salzburg) regionale Netzwerke etabliert. Seit Juni 2005 wird zusätzlich das thematische Netzwerk "Geometrieunterricht an APS-AHS-PA" unterstützt. Es wurden regionale Steuergruppen eingerichtet und Auftaktveranstaltungen sowie weitere Initiativen durchgeführt. Zur gesamtösterreichischen Abstimmung zwischen den bestehenden und geplanten regionalen Netzwerken wird eine nationale Steuergruppe aufgebaut.

M5 Einrichtung nationaler Kompetenzzentren für Fachdidaktik
Es werden nationale Kompetenzzentren für Fachdidaktik in den Fächern Biologie, Chemie, Geographie & Wirtschaftskunde, Informatik, Mathematik und Physik (evtl. auch in den Bereichen Geometrie sowie Ernährung und Verbraucherbildung, jedoch mit geringerer Ausstattung) eingerichtet. Sie sollen der wissenschaftlichen Grundlagenforschung, der Planung, Durchführung und Evaluation innovativer Forschungs- und Entwicklungsprojekte, der österreichweiten Organisation von Vernetzung zwischen den Fachdidaktiken, der Durchführung bundesweiter Doktorandenprogramme und der systematischen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen.

M6 Durchführung des MNI-Fonds
Zur rasch wirksamen Stimulierung von Innovationen im MNI-Unterricht und in der Lehrer/innenausbildung dieser Fächer sowie zur Förderung schulbezogener fachdidaktischer Forschung wurde der „Fonds für Unterrichts- und Schulentwicklung. Didaktik der Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik“ (MNI-Fonds) eingerichtet. In jedem Schuljahr werden maximal 150 Projekte bewilligt. Die Bewerbung für Projekte im Schuljahr 2005/06 bzw. 2006/07 ist jeweils von Ende Feber bis Anfang April möglich. Den Bewerber/innen wird eine Beratung bei der Antragstellung angeboten. Die bewilligten Projekte erhalten eine finanzielle und organisatorische Unterstützung sowie eine fachliche Begleitberatung durch sechs Koordinationsteams. Es werden im MNI-Fonds auch zusätzliche Fortbildungsmöglichkeit angeboten.

M7 Operative Steuerung von IMST3
Im Rahmen des Unterstützungssystems ist eine enge inhaltliche und organisatorische Vernetzung der sieben zentralen Maßnahmen nötig. Eine wichtige Drehscheibe dafür ist das Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung (IUS). Das IUS organisiert unter anderem die jährliche Tagung „Innovationen im Mathematik- und Naturwissenschaftsunterricht“, den IMST3-Newsletter, die IMST3-Website und koordiniert eine Steuergruppe IMST3, in der alle zentralen Maßnahmen vertreten sind, zu welchen das IUS in der Phase I wichtige Aufgaben übernommen hat (M2, M4 und M6). Weiters koordiniert das IUS die PI-LSI-Kooperationsgespräche zu IMST3 sowie einen Wissenschafts- und Praxisbeirat. Zweimal jährlich berichtet das IUS in einer eigens für IMST3 eingerichteten Steuergruppe im bm:bwk über den Fortgang der Initiativen.

IMST3 Gender Netzwerk
Zur adäquaten Integration von Gender Sensitivity und Gender Mainstreaming in alle zentralen Maßnahmen wird im Rahmen von IMST3 ein Gender-Netzwerk eingerichtet. Bei Gender Sensitivity werden inhaltsbezogene Initiativen gesetzt, die der Sensibilisierung von Lehrkräften, Mitarbeiter/innen und weiterer verantwortlicher Personen im Bildungssystem für Gender-Fragen dienen. Gender Mainstreaming dient der strukturellen Verankerung von Geschlechterbewusstsein auf allen Ebenen des Projekts. Demgemäß ist das Gender-Netzwerk in allen zentralen Maßnahmen und relevanten Gremien personell vertreten.

EV Evaluation von IMST3
Für die zentralen Maßnahmen 2, 4 und 6 als auch für das Gender-Netzwerk werden Ziele und Indikatoren definiert, die eine erfolgreiche Umsetzung und seriöse Evaluation in der Phase I unterstützen. Die Evaluation erfolgt sowohl in Form von Selbstevaluationen auf unterschiedlichen Ebenen als auch durch vom bm:bwk in Auftrag gegebene Fremdevaluationen. Diese umfassen neben kleineren fokussierten Fremdevaluationen der zentralen Maßnahmen 2, 4 und 6 sowie des Gender-Netzwerks auch eine Gesamtevaluation der vom IUS koordinierten Maßnahmen in Form einer Metaevaluation nach Abschluss der Phase I. Diese baut auf den vorliegenden Selbstevaluationen und Fremdevaluationen auf und wird unter Einbeziehung von Expert/innen mit international ausgewiesener Expertise im Bereich der Evaluation großer Bildungsinitiativen durchgeführt.